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Erläuterungen

1) Bernoulli, Johann, Essai d’une Nouvelle Physique Céleste,   Opera omnia Lausanne, 1742 no CXLV

Versuch, alle Himmelsphänomene aus einer einheitlichen Theorie zu erklären. Der Standpunkt des Autors ist der eines Cartesianers. Die Welt schwimmt in Form eines langgestreckten ovalen Körpers im (Aether-)Medium. Alle Einwirkungen untereinander üben die Himmelskörper durch Druck oder Stoß aus.

2) Bernoulli, Daniel, Recherches Physiques et                            Astronomiques, Paris 1735

Der Sohn des Autors von (1) läßt erkennen, daß er mehr zu Newtons Theorien, denn zu Cartesischen Wirbeln in der Himmelsmechanik neigt. Er stellt sich eine alles erfüllende Sonnenatmosphäre vor, in der die Planeten in einer gemeinsamen Bahnebene einst konvergieren werden.

3) Euler, Leonhard, De Causa Gravitatis, Opera Omnia           Ser. III, Vol. 31 Basel 1996

 

Kurze Schrift in Latein, in der die Schwere durch den Aetherdruck erklärt wird. Eine Formel für die Druckverteilung wird angegeben.

4) Huygens, Christian, Discours de la cause de la pesanteur,         Leiden 1690 (Auszüge)

Erklärung der Schwere hier durch Reaktion (reactio) auf die Zentrifugalkraft. Dies findet sich schon in gewisser Form bei Kepler und Descartes und endet beim sog. Teeblätter-Versuch bei Albert Einstein (Erklärung, warum sich Teeblätter beim Umrühren im Zentrum der Tasse wiederfinden). Huygens schildert hierzu auch seine Experimente.

5) Leibniz, Gottfried Wilhelm, Tentamen de motuum coelestium     causis, Gerhardt,  Leibniz’ mathematische Schriften VI,
     Halle 1860

Auf ca. 30 Seiten wird eine Theorie der Himmelsbewegungen aufgestellt. Leibniz verwendet seine Analysis und benutzt Prämissen (harmonische Bewegung), die ebenfalls angegeben sind, um eine vollständige Theorie für alle astronomischen Phänomene zu entwickeln. In seiner typischen Art ist er hierbei sehr konzentriert und schwer zu verstehen.

6) Barrow, Isaac, Lectiones Geometricae, London 1670,        lecture I und II

Der Lehrer Newtons und sein Vorgänger auf  dem Lucasischen Lehrstuhl hat auch Leibniz beeinflusst. Jacob Bernoulli zitiert ihn sogar. Er gibt in diesen Lektionen seine Entwicklung der Analysis dar und stellt eine wichtige Station in der Entwicklung des “Calculus” dar.

7) Pascal, Blaise, Lettre de M. Dettonville à M. de      Carcavi, Oevres complètes, Paris 1963
8) Pascal, Blaise, Traité des trilignes rectangles et        de leurs onglets (Teilübers.), ibid.

In diesen Arbeiten (Dettonville war ein Pseudonym Pascals) entwickelt Pascal seine Ideen zur Analysis (die er natürlich nicht so nennt) und legt seine Herleitungen dar. Er arbeitet meist an Beispielen und entwickelt von eigenen Begriffen ausgehend, die aber dargelegt werden (Dreieckszahlen, Dreieckssummen, Pyramidalsummen), anhand von Flächeninhalten, Schwerpunktsbestimmungen und Kurvenlängen seine Sätze. Es ist durchaus erkennbar, daß die Begriffe in den höherdimensionalen Raum erweitert werden können.

9) Pascal, Blaise et P. Noel, Correspondance échangé   a propos des expériences sur le vide, ibid.

Der Jesuitenpater Noel greift Pascals Interpretationen an, die jener zu seinen Versuchen mit dem Barometer publiziert hat. Fußend auf Torricelli hatte Pascal umfangreiche Experimente ausgeführt bzw. ausführen lassen und behauptete insbesondere, daß der Raum über der abgesunkenen Quecksilbersäule in der Torricellischen Röhre “leer” sei. Noel erweist sich dabei als Vertreter der Aristotelischen Physik der Peripatetiker. Pascal antwortet sehr elegant und höflich, macht aber klar, daß Noel seiner Meinung nach einen antiquierten Standpunkt verteidige.

10) Briefwechsel Pascal - Fermat von 1654, der als Beginn der Wahrscheinlich-
     keitsrechnung gilt.

Im Jahre 1654 erfolgte ein Briefwechsel zwischen Blaise Pascal und Pierre Fermat, der sich mit einem Spielproblem beschäftigte und von beiden Seiten einen systematischen Zugang zu solchen Fragen darstellt. Ein aus mehreren Partien bestehendes Spiel wird vorzeitig abgebrochen und dann die Frage der “gerechten” Verteilung des Einsatzes untersucht. Beide kommen auf unterschiedlichen Wegen zu gleichen Ergebnissen.

11) Pascal, Blaise, Traité du triangle arithmétique. Divers usages...
     III Usage du triangle arithmétique pour déterminer les partis qu’on doit faire         entre deux joueurs qui jouent en plusieurs parties.

Pascal zeigt bei der Darstellung dessen, was bei uns als “Pascalsches Dreieck” be- kannt ist, auch den Gebrauch dieses Instrumentes. In dem Teil III wird das Partienproblem (s. Literatur (10)) mit seiner Hilfe gelöst.

    12) Huygens, Christiaan et alii, Débat de 1669 à l’Académie sur    les causes de la pesanteur.
    Wiedergabe aus den “Mémoires” der Pariser Akademie

In den Werken von Christiaan Huygens findet sich auch die Wiedergabe der Debatte, an der 1669 Huygens in Paris teilgenommen hatte (weitere Haupt- Debattierer waren Roberval und Mariotte).Noch vor der Publikation von Newtons Principia befaßte man sich mit der Schwierigkeit, eine (im Grunde mechanische) Erklärung für die Gravitation zu finden. Die Wissenschaftler auf dem Kontinent beharrten auch nach 1687 auf einer Erklärung via Druck oder Stoß der Gravitationserscheinungen und verwarfen Newtons Ansichten als Rückfall in den Okkultismus.
Hier trägt hauptsächlich Huygens vor als Anhänger einer Rückstoßtheorie, die von Descartes Vorstellungen ausgehend in physikalischen Vorgängen innerhalb von Wirbeln denkt.

13) Euler, Leonhard, Praefatio der Mechanica von 1736
       Opera Omnia Ser. II, Bd. 1
    
Die Mechanica (2 Bände 1736, St. Petersburg) war wohl das erste richtige   Buch in theoretischer Physik und als solches stilbildend.
In der Praefatio wird Eulers Konzeption für das Werk vorgestellt, die erst durch die späteren Werke eingelöst wird.

 

 

14) François Viète, un Mathématicien sous la Renaissance, Paris 2006

Texte zu François Viète aus dem Band der Viète gewidmet ist.
       Jacques Borowczyk,L’interpretation de l’oeuvre de Diophante, P.75-86
       Anne Boyé,Viète géomètre: L’Apollonius Gallus, p. 116-129
       Jacques Borowczyk, Viète et les Quadrateurs; p.131 - 150

 

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